Politik und Gesellschaft


Überblick:


OVIGO-Theater erneut mit „SAD-88“ zu Gast am JMF

Bereits zum zweiten Mal war das OVIGO-Theater mit dem Stück „SAD-88. Feuer-Wut-Angst“ am Johann-Michael-Fischer-Gymnasium zu Gast. Die Aufführung war in diesem Schuljahr Bestandteil der schulischen Extremismusprävention in der 9. Jahrgangsstufe und zugleich ein wichtiger Baustein der Arbeit im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Das Theaterstück greift den rechtsradikalen Brandanschlag auf das Schwandorfer Habermeierhaus am 17. Dezember 1988 auf. Vier Menschen verloren damals durch die Tat eines stadtbekannten Neonazis ihr Leben.

„Vier Menschen zu viel, die aufgrund von Ausländerfeindlichkeit starben“, wie Marie Bruder (9c) findet, „das Stück zeigt, dass Rechtsextremismus kein Thema der Vergangenheit ist. Das hat mich besonders erschüttert.“

Lange Zeit blieb dieses Kapitel der Regionalgeschichte weitgehend verdrängt. Dem OVIGO-Theater gelingt es auf eindrückliche Weise, die Ereignisse der 1980er Jahre auf die Bühne zu bringen und zugleich den Bogen zur Gegenwart zu schlagen. Das Stück macht deutlich, welche Folgen Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und rechtsextremes Gedankengut haben können, und setzt ein starkes Zeichen für Demokratie, Menschlichkeit und Zivilcourage.

„Es hat mich sehr mitgerissen“, bekannte Julia Sperr (9b) nach dem Stück und auch Leni Haug (9c) machte klar, wie „eindrucksvoll“ sie das Theater fand.

Die Schulaufführung für die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe bot im Rahmen des Präventionskonzepts der Schule einen wichtigen Impuls zur Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Im anschließenden Gespräch mit Intendant Florian Wein konnten die Jugendlichen ihre Eindrücke vertiefen und Fragen zu den historischen Hintergründen sowie zur Entstehung des Stücks stellen.

Auf die Frage von Simon Erras und Alena Andrijevic (9B) wieso das Theaterstück für Schülerinnen und Schüler wichtig ist, hob Florian Wein das Bekenntnis zu den Menschenrechten sowie zur freiheitlich demokratischen Grundordnung hervor, angesichts einer immer stärker polarisierenden Parteienlandschaft und Gesellschaft.

Ein besonderer Dank gilt dem Elternbeirat des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums sowie dem Kreisjugendring Schwandorf, die die Aufführung finanziell unterstützt und damit dieses wichtige Projekt der politischen Bildung ermöglicht haben.

S. Bruder/S. Schmidmeier [Schuljahr 2025/26]


Zeitgeschichte zum Anfassen: Zeitzeugengespräch zur WAA Wackersdorf

Wie wird Geschichte lebendig? Am besten dann, wenn Menschen berichten, die sie selbst erlebt und mitgestaltet haben. Diese Erfahrung machten die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen des sozialwissenschaftlichen Zweigs des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums im Rahmen ihres Projekts zur Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) Wackersdorf.


Mit der Original-„Doppel-Live-LP“ des 5. Anti-WAAhnsinns-Festivals, das genau vor 40 Jahren am 26. und 27. Juli 1986 in Burglengenfeld stattgefunden hatte, brachte Oskar Duschinger ein besonderes Stück Zeitgeschichte mit. Gemeinsam mit Wolfgang Nowak, Schülerinnen und Schülern des JMF-Gymnasiums wurde die Geschichte der WAA Wackersdorf lebendig.

Ursprünglich sollte der ehemalige Landrat Hans Schuierer, eine der prägenden Persönlichkeiten des Widerstands gegen die WAA, von seinen Erfahrungen berichten. Aufgrund einer kurzfristigen Absage konnte der Termin jedoch nicht stattfinden. Mit Wolfgang Nowak fand sich jedoch ein ebenso hochkarätiger Ersatz. Als Mitbegründer der Bürgerinitiative Schwandorf gilt er aufgrund seiner jahrzehntelangen Sammeltätigkeit als das „Gedächtnis der WAA“. Zahlreiche Dokumente, Plakate und Zeitzeugnisse aus seinem Archiv bilden heute unter anderem eine wichtige Grundlage für die Arbeit des Hauses der Bayerischen Geschichte.

Ergänzt wurde das Zeitzeugengespräch durch Oskar Duschinger, den Biografen Hans Schuierers. Bereits 1986 veröffentlichte er mit „Unbestechlich. Hans Schuierer. Ein Leben für den Bürger und gegen die WAA“ die erste Biografie des Altlandrats. Mit „Hans Schuierer. Symbolfigur des friedlichen Widerstandes gegen die WAA“ legte er 2018 eine umfassend überarbeitete Darstellung seines Wirkens vor.

Das Gespräch fand zu einem besonders geschichtsträchtigen Zeitpunkt statt: Vor 40 Jahren erschütterte die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl Europa und prägte die gesellschaftliche Debatte um die Kernenergie nachhaltig. Gleichzeitig erreichte der Protest gegen die WAA Wackersdorf seinen Höhepunkt. In diese Zeit fiel auch das legendäre Anti-WAAhnsinns-Festival, das am 26. und 27. Juli 1986 in Burglengenfeld stattfand und mit Künstlern wie Wolfgang Ambros, BAP, Biermösl Blosn, Herbert Grönemeyer, Haindling, Udo Lindenberg sowie den damals noch nahezu unbekannten Toten Hosen zu einem eindrucksvollen Symbol des friedlichen Widerstands wurde.

Ein besonderes Highlight hatte Oskar Duschinger im Gepäck: die originale „Doppel-Live-LP“ des Festivals. Sie machte die Atmosphäre jener Tage für die Schülerinnen und Schüler auf anschauliche Weise erlebbar und schlug eine Brücke zwischen Musik-, Regional- und Zeitgeschichte.


Zeitgeschichte auf Vinyl: Die Original-„Doppel-Live-LP“ des 5. Anti-WAAhnsinns-Festivals (1986) mit Fotocollage im Innencover.

Die authentischen Berichte von Wolfgang Nowak und Oskar Duschinger eröffneten den Jugendlichen spannende Einblicke in ein Kapitel der bayerischen Geschichte, das ihre Heimat bis heute prägt. Das Zeitzeugengespräch zeigte eindrucksvoll, dass Geschichte weit mehr ist als Jahreszahlen und Lehrbuchtexte – sie lebt von den Erinnerungen der Menschen, die sie selbst erlebt haben.

S. Schmidmeier [Schuljahr 2025/26]


Offene Fragen, klare Worte:
MdL Scharf im Austausch mit Burglengenfelder Schülern

Burglengenfeld – Zwei Tage lang nahm sich MdL Martin Scharf Zeit für einen Besuch am Johann-Michael-Fischer-Gymnasium. Gemeinsam mit der Schulleitung sprach er über zentrale Themen der Schulentwicklung, die Unterrichtsversorgung und strukturelle Herausforderungen. Auch ein ausführlicher Austausch mit Schülerinnen und Schülern stand auf dem Programm. Die Schulleitung bewertete die aktuelle Versorgung mit Lehrkräften am Johann-Michael-Fischer-Gymnasium als solide. Der Unterricht kann vollumfänglich erteilt werden. „Alle Lehrkräfte sind sehr engagiert, wir haben kaum Unterrichtsausfall“, lautete die Rückmeldung.

Kritisch hinterfragt wurde von Seiten der Lehrkräfte wie der Schülerschaft, ob angesichts des Lehrermangels in vierstündigen Fächern nach wie vor vier Schulaufgaben zu schreiben sind. Scharf betonte, wie wichtig praxisnahe und differenzierte Lösungen seien: Statt pauschaler Vorgaben brauche es mehr Flexibilität und Modelle, die den tatsächlichen Bedarf abbilden. Die Rückmeldungen aus den besuchten Schulen nehme er mit nach München, um diese direkt an seine Kollegin, Frau Kultusministerin Anna Stolz weiterzugeben.

Äußerst positiv fiel im Gespräch mit den Vertretern der Schulfamilie der Blick auf den Schulträger aus. Die geplante Erweiterung des Schulgebäudes sowie die enge Zusammenarbeit mit dem Landkreis wurden als sehr verlässlich beschrieben. Als Mitglied des Kreistags nahm Scharf diese Rückmeldungen auf und unterstrich, wie wichtig moderne und bedarfsgerechte Schulräume für gute Bildung sind.

Der Austausch mit Schülerinnen und Schülern bot schließlich Raum für eine breite Palette aktueller Fragen. Im Mittelpunkt standen Zukunftsthemen wie technologische Entwicklungen, die Rolle von Künstlicher Intelligenz und die Frage, wie Bayern wirtschaftlich und gesellschaftlich darauf reagieren sollte. Die Jugendlichen wollten außerdem wissen, ob historische Entwicklungen – etwa die Radikalisierung der NSDAP in den 1920er-Jahren – Parallelen zur Gegenwart aufweisen. Scharf sprach sich klar dafür aus, demokratische Werte konsequent zu verteidigen und frühzeitig gegen extremistische Tendenzen vorzugehen.

Von besonderem Interesse war für die Schülerinnen und Schüler die Frage nach einer möglichen Wiedereinführung der Wehrpflicht. Scharf zeigte Verständnis für die Debatte und warb für ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr. Auch die Frage eines möglichen AfD-Verbots wurde angesprochen. Scharf erklärte die hohen verfassungsrechtlichen Hürden und plädierte dafür, politisch und argumentativ dagegenzuhalten – mit Faktenwissen, Sachlichkeit und einem klaren demokratischen Kompass.


[Foto: Anna Benz-Reichenauer]

Weitere Themen reichten vom Beflaggungsgesetz über Veränderungen im Stadtbild bis hin zur Frage, wie Migration eine Kommune bereichern kann. Die Schülerinnen und Schüler interessierten sich zudem für die laufenden Haushaltsverhandlungen im Landtag. Scharf machte deutlich, dass es in Bereichen wie Bildung, Sicherheit und Justiz keine Kürzungen geben dürfe. Einsparungen sollten vielmehr bei Bürokratie und Doppelstrukturen ansetzen. Abschließend erläuterte er die Zusammensetzung des Bayerischen Landtags und die Arbeit der verschiedenen Fraktionen.

„Solche Gespräche sind für meine Arbeit im Landtag wertvoll“, sagte Scharf nach dem zweitägigen Besuch. „Sie zeigen, welche Fragen junge Menschen bewegen und wo Politik verständlich, nahbar und diskussionsbereit bleiben muss.“

Daniel Dickert, Abgeordnetenbüro MdL Scharf [Schuljahr 2025/26]


JMF erneut als „Partnerschule Verbraucherbildung Bayern“ ausgezeichnet

Verbraucherbildung mit Weitblick und Verantwortung

Das Johann-Michael-Fischer-Gymnasium wurde erneut mit dem Titel „Partnerschule Verbraucherbildung Bayern“ ausgezeichnet. Damit wird das besondere Engagement der Schule im Bereich der Verbraucherbildung gewürdigt – einem Themenfeld, das zunehmend an gesellschaftlicher Relevanz gewinnt.

Die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe im sozialwissenschaftlichen Zweig des Gymnasiums setzten sich unter der Leitung von OStRin Josefine Linke und StR Sebastian Schmidmeier mit zwei zentralen Verbraucherthemen auseinander: Fast Fashion und Greenwashing. Die Ergebnisse ihrer intensiven Auseinandersetzung hielten sie in zwei selbstproduzierten Videobeiträgen fest.

Fast Fashion – Bewusst konsumieren statt achtlos kaufen
Im Projekt „Upcycling und Co – so können wir es schaffen!“ analysierten die Schülerinnen und Schüler die Dynamik der Modeindustrie und entwickelten Strategien für nachhaltigen Konsum. Themen wie Wiederverwertung, Qualität statt Masse und der bewusste Umgang mit Kleidung standen im Mittelpunkt – stets mit Blick auf Umweltschutz und globale Verantwortung.

Greenwashing – Wenn Werbung ein falsches Bild vermittelt
Der zweite Beitrag mit dem Titel „Greenwashing in der Fastfood-Branche? McDonald's zeigt, wie es geht!“ beleuchtet kritisch, wie Unternehmen durch gezielte Werbestrategien Umweltbewusstsein suggerieren, ohne tatsächlich nachhaltiger zu handeln. Die Schülerinnen und Schüler hinterfragten Werbeaussagen und entwickelten ein fundiertes Verständnis für die Mechanismen moderner Konsumkommunikation.

Verbraucherbildung – Ein wichtiger Baustein schulischer Bildung
Verbraucherbildung schult junge Menschen darin, reflektierte Entscheidungen im Alltag zu treffen, kritisch mit Informationen umzugehen und gesellschaftliche Zusammenhänge zu erkennen. Mit ihrer Projektarbeit leisteten die teilnehmenden Klassen einen wichtigen Beitrag zu einem selbstbestimmten und verantwortungsvollen Konsumverhalten – heute und in Zukunft.

J. Linke/S. Schmidmeier [Schuljahr 2024/25]


Die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe im Soziwalwissenschaftlichen Zweig mit Schulleiter OStD Matthias Schaller freuen sich über die Anerkennung als Partnerschule Verbraucherbildung. [Foto: A. Schuller]


Europa leben und wertschätzen

„Europa leben und wertschätzen“ – Unter diesem Motto gestaltete das P-Seminar „Europatag“ einen ganzen Tag für die Schülerinnen und Schüler der zehnten Jahrgangsstufe des JMF-Gymnasiums in Burglengenfeld. Am 3. Juli 2025 konnten Jugendliche von Jugendlichen lernen, wie schützenswert unsere Werte in Europa sind.

Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. An unterschiedlichsten Stationen wurden Themen wie „Geschichte und Geographie der EU“, „Das EU-Parlament“, „Menschenrechte in der EU“, „Vor- und Nachteile der EU“ oder auch „Migration – Chancen und Herausforderungen“ erarbeitet. Und das nicht im Frontalunterricht, sondern interaktiv mit Hilfe von professionell gestalteten Spielen, aufwändigen Power Point Präsentationen, verblüffenden Kahoots und lehrreichen Kurzfilmen. „Sehr gefreut hat uns, dass unsere Mitschüler so offen waren, ungewöhnliche Gerichte zu probieren.“, so Lena Kölbl und Laura Spindler, an deren Station als besondere Schmankerl selbstgebackene Nationalgerichte wie Karelische Piroggen oder lettische Sklandrausis angeboten wurden. Den Höhepunkt des Europatages bildete der Besuch von Politikerinnen und Politikern unterschiedlichster Parteien, die es sich nicht nehmen ließen, persönlich zu brisanten politischen Themen Stellung zu beziehen. Sehr herzlich begrüßt wurden Frau Englhardt-Kopf von der CSU, Frau Schieder von der SPD, Frau Winklmann von Bündnis90/Die Grünen, Herr Gotthardt von den Freien Wählern und Herr Wanner von Die Linke. Als über den Nato-Beschluss diskutiert wurde, zukünftig 5% für die Verteidigung auszugeben, konnten die Schüler erleben, wie durchaus konstruktiv und wertschätzend auch unterschiedliche Positionen ausgetauscht werden können. Ebenso leidenschaftlich thematisiert wurde die Rolle Trumps und ein möglicher Austritt der USA aus der Nato. Großes Interesse zeigten die Schülerinnen und Schüler bei dem Thema Wehrpflicht. Hier meldeten sich auch einige Jugendliche zu Wort, um teils für eine mögliche Verpflichtung des Wehrdienstes zu werben, teils, um sich deutlich dagegen auszusprechen. Kristina Ritschel bemerkte abschließend: „Es war total interessant zu sehen, wie unterschiedlich Politikerpersönlichkeiten sein können.“ Viele der Jugendlichen hätten sich eine noch längere Diskussion mit den Politikerinnen und Politikern gewünscht, welche in ihrer Einzigartigkeit einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.


Von links nach rechts: Frank Lochbihler, Martina Englhardt-Kopf, Marianne Schieder, Tobias Gotthardt, Tina Winklmann, Sebastian Wanner, Melina Schaller, Lino Betz, Michaela Sperr [Foto: A. Schuller]


Oben: Tobias Gotthardt, Martina Englhardt-Kopf, Tina Winklmann, Marianne Schieder, Sebastian Wanner, Michaela Sperr, Frank Lochbihler; Mitte: Lino Betz, Lara Heinzl, Melina Schaller, Laura Spindler, Sophia Mayer, Lea Koller, Lizzy Schleicher, Laura Schröder; unten: Amrei Pfeffer, Lena Kölbl, Kristina Ritschel, Emma Kaniß [Foto: A. Schuller]


Von links nach rechts: Melina Schaller, Lino Betz, Michaela Sperr [Foto: A. Schuller]


Von links nach rechts: Laura Spindler, Lena Kölbl [Foto: M. Sperr]


[Foto: A. Schuller]

M. Sperr [Schuljahr 2024/25]


WAA Wackersdorf – ein Zeitzeugengespräch mit Altlandrat Hans Schuierer

„WAA“ – nur noch wenige Schülerinnen und Schüler können mit diesem Begriff etwas anfangen. In den 1980er Jahren lehnte sich jedoch eine ganze Region gegen eine in Wackersdorf (Landkreis Schwandorf) geplante Wiederaufbereitungsanlage (kurz: WAA) für Kernbrennstoffe auf. Hunderttausende Menschen aus ganz Europa kamen im Laufe der Jahre zum Bauzaun der Anlage und demonstrierten für eine atomfreie Zukunft. Die „Symbolfigur“ des friedlichen Widerstandes gegen die WAA ist der damals amtierende Landrat Hans Schuierer.


Stellvertretender Schulleiter Frank Lochbihler StD bei der Begrüßung von Altlandrat Hans Schuierer.


Altlandrat Hans Schuierer und WAA-Experte Wolfgang Nowak im Zeitzeugengespräch.

Insofern hatten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9C und 9D des sozialwissenschaftlichen Zweiges die Gelegenheit, den wohl wichtigsten Zeitzeugen für dieses Thema am JMF-Gymnasium in Burglengenfeld zu begrüßen und zu befragen. Zusammen mit dem WAA-Experten Wolfgang Nowak stand Hans Schuierer (Jahrgang 1931) über zwei Stunden den Schülern Rede und Antwort. Durch die sehr persönlichen und unmittelbaren Eindrücke der Zeitzeugen wurden die Vorgänge im Taxöldener Forst – und somit ein Stück Regionalgeschichte – lebendig. Die gewaltsamen Hüttendorf-Räumungen, die Kämpfe am Bauzaun mit Gas-Einsätzen wurden dabei ebenso angesprochen wie die friedlichen Andachten am sogenannten Franziskus-Marterl oder die politischen Abläufe im Hintergrund. Mit seinem konsequenten Eintreten für Heimat, Recht und Freiheit ist Hans Schuierer ein Vorbild für viele Bürgerinnen und Bürger, nicht nur im Landkreis Schwandorf.


Hans Schuierer und Wolfgang Nowak zusammen mit den Moderatorinnen der Veranstaltung Anna-Lena Wölfel und Johanna Hopstock sowie der PuG-Lehrkraft Sebastian Schmidmeier, StR.

S. Schmidmeier [Schuljahr 2023/24]


Nachhaltigkeit und Verbraucherbildung am JMF – Vortrag zum Thema „Gutes Plastik, schlechtes Plastik? Leben im Plastikzeitalter“

Warum und wofür nutzen wir Plastik, welche Probleme ergeben sich daraus und wie können wir verantwortungsvoll mit Kunststoffen umgehen? Sind plastikfreie Alternativen automatisch umweltfreundlich?

Diesen Fragen gingen die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe des sozialwissenschaftlichen Zweigs im Rahmen des Vortrags „Gutes Plastik, schlechtes Plastik? Leben im Plastikzeitalter“ auf den Grund. Als Referentin konnte die Umweltexpertin Stephanie Ertl vom Verbraucherservice Bayern in Regensburg gewonnen werden. Anhand von zahlreichen Alltagsbeispielen und gesammeltem Müll diskutierten die Schülerinnen und Schüler dabei wichtige Handlungsoptionen für einen bewussten und nachhaltigen Umgang mit Plastik.

Die Referentin gab den Schülerinnen und Schüler, neben detaillierten und spannenden Hintergrundinformationen, vor allem aber nützliche Tipps für den Alltag mit auf dem Weg, um Plastikmüll bestenfalls zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren. Vermeintlich umweltfreundliche Alternativen seien aber nicht automatisch besser, auf einen nachhaltigen Umgang und auf eine möglichst lange Nutzungsdauer komme es an, so Stephanie Ertl.


Stephanie Ertl (Referentin beim Verbraucherservice Bayern) über den nachhaltigen Umgang mit Plastik.

J. Linke und S. Schmidmeier [Schuljahr 2023/24]


Freiheit und Frieden „sind keine Selbstverständlichkeit“

Mit der Wanderausstellung Deutscher Bundestag unterstützt das Parlament seit Jahren den Dialog zwischen Abgeordneten und Bürgern. Auf Initiative von MdB Marianne Schieder (SPD) macht die Ausstellung derzeit im Wahlkreis 234 Schwandorf Halt.

In der Aula des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums wurde sie kürzlich eröffnet. Sie ist noch diese Woche, Donnerstag von 8 bis 16 Uhr sowie am Freitag bis 13 Uhr, zu sehen und besteht aus 16 Schautafeln mit acht Monitoren, einem Multifunktionskubus und einem sogenannten Touch-Tisch.


[Foto: F. Gluth]

Die Ausstellung sollte laut Direktor Matthias Schaller für Gruppen verschiedener Schulen zur Verfügung stehen und diese in der politischen Bildung unterstützen. Schule ist nach seinen Worten ein Ort, an dem demokratisches Handeln „gelebt und reflektiert wird“. Die Schülermitverantwortung stelle ein wichtiges Übungsfeld dar, um demokratisches Verhalten einzuüben und sich zentrale Werte des Zusammenlebens zu eigen zu machen.

Schaller verwies auf die Bayerische Verfassung, die in Artikel 131 dazu verpflichtet, Schüler „im Geiste der Demokratie und Völkerverständigung“ zu erziehen. Demokratie sei nicht selbstverständlich, sie habe in einem langen historischen Prozess errungen werden müssen und sei stets aufs Neue Gefahren ausgesetzt. Aktuelle Gefahren würden insbesondere der Rechts- und Linksextremismus und der religiöse Fundamentalismus darstellen.

MdB Schieder erklärte, das Werben um Demokratie sei immer wichtig, weshalb es sie besonders freue, dass es ihr gelungen sei, die Ausstellung nach Burglengenfeld zu bringen. „Wir alle“ könnten in Frieden und Freiheit leben und uns auf einen Rechtsstaat verlassen, der uns zur Seite stehe. Dies sei keine Selbstverständlichkeit. Es gebe nicht viele Länder auf der Welt, in denen so viel Freiheit herrsche wie in Deutschland.

Welche Folgen es haben könne, wenn sich Bürger nicht ausreichend für die Freiheit und den Erhalt der Demokratie engagierten, habe Deutschland in der Weimarer Republik erfahren, in der es zu wenig Menschen gegeben habe, die sich um die Demokratie kümmerten. „Aus diesem Grunde“, so Schieder, „müssen wir alles tun, dass uns die Demokratie erhalten bleibt.“ Gerade die letzten Wahlergebnisse hätten gezeigt, dass man für die Demokratie kämpfen und dafür sorgen müsse, dass immer genügend Menschen bereit seien, in demokratische Parteien einzutreten und der Demokratie so ein Gesicht zu geben.


[Foto: F. Gluth]

Quelle: Mittelbayerische Zeitung [Schuljahr 2023/24]


JMF-Gymnasium erhält Auszeichnung „Partnerschule Verbraucherbildung Plus“

Im Rahmen des Projektwettbewerbs „Partnerschule Verbraucherbildung Bayern“ haben sich Schüler*innen der Klassen 9c und 9d im Fach Sozialpraktische Grundbildung (SoG) mit den Themen „Ressource Energie: Wärme, Wasser, Strom – was können wir tun?“, „Lebensmittel regional oder aus aller Welt – was kommt auf den Tisch?“ sowie „Nachhaltigkeit beim Kleiderkauf“ näher auseinandergesetzt und Beispiele für Nachhaltigkeit vor Ort untersucht.

Dabei konnten die Schüler*innen mit ihren Einreichungen und Aktionen die Jury überzeugen. Das JMF-Gymnasium wird für dieses Engagement von den Projektpartnern – das Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, das Kultusministerium und der Verbraucher Service Bayern im KDFB e.V. – als „Partnerschule Verbraucherbildung Plus“ ausgezeichnet.

Besonderer Dank gilt dem Klimamanager der Stadt Burglengenfeld, Herrn Markus Süß, der mit seiner Fachexpertise das Projekt kräftig unterstützte, sich als Interviewpartner zur Verfügung gestellt hatte und interessante Einblicke in die „Energiewende vor Ort“ den Schüler*innen geben konnte.


OStRin Josefine Linke (SOG-Lehrkraft der Klasse 9d), Klimamanager Markus Süß, StR Sebastian Schmidmeier (SoG-Lehrkraft der Klasse 9c) und Schulleiter OStD Matthias Schaller. [Foto: S. Bruder]

J. Linke und S. Schmidmeier [Schuljahr 2022/23]

„Europa ist wie ein Fahrrad. Hält man es an, fällt es um.“

Hätten Sie´s gewusst? Dieses Zitat stammt von Konrad Adenauer. Weiteres Wissenswertes rund um Europa und die Europäische Union durften die Schülerinnen und Schüler der zehnten Jahrgangsstufe des JMF-Gymnasiums in Burglengenfeld anlässlich des Europatages am 12.7.22 erfahren. Das Besondere: Die Schüler des Sozialwissenschaftlichen Zweigs gestalteten diesen Tag für alle anderen Mitschüler der zehnten Klassen. Gemäß dem Motto: Schüler lernen von Schülern!


Von links: Katharina Strauß, Sarah Jutz, Johannes Kilger, Bastian Koeberle [Foto: Laura Gehmacher]

Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. An unterschiedlichsten Stationen wurden Themen wie „Kulturelle Besonderheiten“, „Geschichtliche Entwicklung der EU“, „Menschenrechte in der EU“, „Rolle Europas im Ukraine-Russland-Konflikt“ oder auch „Herausforderungen in der Zukunft“ erarbeitet. Und das nicht im Frontalunterricht, sondern interaktiv mit Hilfe von liebevoll gestalteten Memorys, aufwändigen Power Point Präsentationen, verblüffenden Kahoots, professionellen Lückentexten, Spielen und lehrreichen Kurzfilmen. „Besonders gefreut hat uns, als unsere Mitschüler an unserer Station so offen waren, Neues auszuprobieren.“, so Ciara Meier, an deren Station als besonderes Schmankerl selbstgebackene Nationalgerichte wie Churros oder Schwarzwälder Kirschtorte angeboten wurden. Den Höhepunkt des Europatages bildete der Besuch der Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder von der SPD: „Es war bewundernswert, wie offen, ehrlich und informiert Frau Schieder über verschiedenste politische Themen gesprochen hat.“ (Felicia Kölbl) Sehr interessiert zeigten sich die Schüler, als über das Tempolimit, das Senken des Wahlalters, die Energiewende und den Fachkräftemangel debattiert wurde. Besondere Erheiterung zeigte Frau Schieder bei der Frage eines Schülers nach ihrer Meinung zur Legalisierung von Cannabis. Erstaunlich und bemerkenswert empfand Marianne Schieder die Fragen der jungen Menschen, die sehr politisch waren und sich nicht nur auf den beruflichen Werdegang von Frau Schieder und deren persönliche Vorlieben bezogen. „Insgesamt wird viel zu wenig politisiert“, so die Meinung von Frau Schieder, die sich deutlich mehr demokratische Streitkultur in Deutschland wünscht.


Von links: Lea Dirnfeldner, Laura Gehmacher, Stephanie Bruder, Luisa Dechant, Marianne Schieder, Nicolas Hirmer, Anna Haider, Michaela Sperr [Foto: Finley Winterstein]

M. Sperr [Schuljahr 2021/22]

Kommunalpolitik ganz nah – Zwei 9. Klassen zu Besuch im Rathaus

Mitte Februar durften die sozialwissenschaftlichen Klassen 9c und 9d im Rahmen des Fachs Politik & Gesellschaft dem Burglengenfelder Rathaus einen Besuch abstatten. Begleitet von Frau Bruder und Frau Akceylan kamen wir dort gegen neun Uhr an und wurden sogleich in den historischen Rathaussaal geleitet.


[Foto: Ulrike Pelikan-Roßmann, Stadt Burglengenfeld]

Hier wurden wir vom ersten Bürgermeister Herrn Gesche, der Pressesprecherin Frau Pelikan-Roßmann und der Geschäftsführenden Beamtin und Kämmerin Frau Frieser freundlich empfangen. Zu Beginn des Vortrags stellte sich Herr Gesche vor und gab uns einen Einblick in seinen politischen Werdegang. Anschließend erfuhren wir mehr über die Struktur der Burglengenfelder Verwaltung sowie die wichtigsten Ämter und ihre Funktionen im Rathaus. Die knapp 30 Beschäftigten dort teilen sich auf vier Hauptämter auf. Das erste ist das Hauptamt, das für die Verwaltung und die internen Abläufe im Rathaus zuständig ist; das zweite die Kämmerei, die sich um die Finanzverwaltung kümmert; das dritte ist das Bürgerbüro, welches beispielsweise für die Ausstellung eines Personalausweises verantwortlich ist; und zu guter Letzt die Bauverwaltung, die sich mit den Bauangelegenheiten der Kommune beschäftigt.

Mit diesem neugewonnenen Wissen machten wir uns in getrennten Gruppen mit Frau Frieser zu einem Rundgang durch das Rathaus auf. Beginnend mit dem Bürgermeisterbüro sowie den Büros der Angestellten bekamen wir einen weitreichenden Einblick über die Räumlichkeiten und durften als kleines „Highlight“ sogar das Trauzimmer besichtigen.

Begeistert kamen wir schließlich wieder im historischen Rathaussaal an, wo jetzt der für die meisten Schüler*innen wohl spannendste Teil begann: die Fragerunde. Bestens vorbereitet konnten wir nun all die Fragen stellen, die wir in den letzten Wochen gesammelt hatten. Dabei brachten wir viel Neues in Erfahrung, wie zum Beispiel, dass die Burglengenfelder Bahnstelle langfristig wieder betriebsfähig gemacht oder dass die Busverbindung zum Bahnhof in Maxhütte-Haidhof verbessert werden soll.

Spontan konnte uns Her Süß, der neue Klimamanager der Stadt Burglengenfeld, sein Ressort vorstellen. Vorranging ist er zuständig für ein „grünes“ Burglengenfeld. Dafür erfasst er unter anderem den Energiezustand der Privathäuser und erarbeitet ein längerfristiges Konzept, wie am besten Energie eingespart werden kann. Ein Erfolg, der bereits verzeichnet werden konnte, ist, dass die Straßenbeleuchtung vielerorts nun durch LED-Lampen betrieben werden. Das Klimaschutz-Ressort ist zunächst für zwei Jahre vorgesehen, kann aber in Anbetracht der Bedeutsamkeit des Themas durchaus verlängert werden.

Zum Schluss bekamen wir als Abschlussgeschenk noch eine Tasse mit einem Burglengenfeld-Bild sowie einen Schlüsselanhänger geschenkt und machten uns schließlich zufrieden auf den Weg zurück zur Schule.

Laura Passarello, 9c [Schuljahr 2021/22]

Mitglied des nationalen Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC MINT - Into a New Generation ERASMUS+ Teilnehmer am Pilotversuch: Digitale Schule der Zukunft Berufswahl-SIEGEL Bayern Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage Gute gesunde Schule Bayern Kooperationsschule der OTH Regensburg
MINT freundliche Schule Lernen durch Engagement diplôme d’études en langue française Referenzschule für Medienbildung Theater am Gymnasium in Bayern #schoolbikers - fahrradfreundliche Schule Umweltschule in Europa Kooperationsschule der OTH Amberg-Weiden