Schülerzeitung

Den Umweltschutz im Fokus

Charmant verpackt bietet die Zeitung des Gymnasiums Burglengenfeld auf fast 110 Seiten Fakten zum akuten Thema.

Maximilian Wanner und Verena Schimpe bilden die Chefredaktion der Schülerzeitung am Johann-Michael-Fischer-Gymnasium. Die Oberstufenschüler sind stolz auf ihr jüngstes Produkt, das „JMF-Umweltblatt“. (Foto: T. Rieke)

Viele Schülerzeitungen haben in den letzten Jahren dasselbe Schicksal erlitten: Mit dem Abschied eines engagierten Jahrgangs schliefen die Projekte ein. Am Johann-Michael-Fischer-Gymnasium ist es jedoch gelungen, die Redaktion wiederzubeleben – mit beachtlichem Erfolg. Lehrerin Dr. Stefanie Paul hatte unter den Schülern das nötige Interesse erkannt und brachte 2017 den Stein ins Rollen. Waren schon die ersten Ausgaben, unter anderem zum Jubiläumsjahr 2018, beachtlich, so hat sich das Redaktionsteam mit dem kürzlich erschienenen „Umweltblatt“ nun wirklich selbstübertroffen.

Die Gruppe der Macher umfasst knapp 20 Jugendliche. Das jüngste Mitglied gehört der sechsten Jahrgangsstufe an, die ältesten Autoren sind in der Qualifikationsphase („Q“) 11 und 12. Als Führungsduo haben sich Verena Schimpe aus Teublitz und Maximilian Wanner aus Meßnerskreith herauskristallisiert; die beiden zeichnen nicht nur für einige Texte und das Gesamtkonzept verantwortlich, sondern auch für das Layout des fast 110 Seiten umfassenden Umweltblatts.
Bescheiden räumen die 17-Jährigen ein, dass der Impuls, sich diesmal ausschließlich auf das Thema Umwelt zu fokussieren, ebenfalls von einer Lehrkraft kam. Birgit Amann, die 2019 die zweite schulische Wissenschaftsmesse betreute, regte das an – und landete einen Volltreffer.
Zumindest glänzten die Jungredakteure in den Treffen, in denen es um Themenfindung ging, durch Kreativität und ließen auch bei der Umsetzung nichts anbrennen. Fleißig wurde recherchiert und getextet, eine Umfrage zum Thema Fridays for Future gestartet. Zwei Schülerinnen reisten in den Sommerferien extra nach München, um sich dort selbst ein Bild von einer Klimaschutz-Demo zu verschaffen. Nadine Fuchs bereicherte das Produkt durch Illustrationen.

Das Endprodukt ist gespickt mit lesenswerten Beiträgen unterschiedlicher Stilformen. Sebastian Wanner, der Bruder von Maximilian, hat in einem sachlichen Bericht auf den Punkt gebracht, weshalb es so wichtig wäre, das Klimaschutzabkommen von Paris (2015) in die Tat umzusetzen – und was der Menschheit droht, wenn die Ziele verfehlt werden. Maximilian hat am Beispiel der Gurkenproduktion in Spanien beschrieben, weshalb es sich beim Einkauf im Supermarkt vielleicht doch lohnt, genauer hinzuschauen, woher die Früchte stammen. Luzie Duschinger verrät, wie sie den Themenabend „Klimawandel“ im Juli im Bürgertreff erlebt hat. Gnadenlos legt sie dabei das widersprüchliche Verhalten einiger Besucher offen: Alleine seien sie mit demAuto bis vor die Tür gefahren – „und danach fühlten sie sich wie die Klimaschützer Nr.1“.
Elena Graf, 9c, setzte sich kritisch mit Greta Thunberg auseinander. Sie benennt all ihre Schwächen und kommt aber doch zu dem Schluss, dass die 17-jährige Schwedin sehr wohl als Vorbild taugt. Monika Schuster (Q11) nimmt den Leser mit ins Jahr 2129 und beschreibt einen „ganz normalen Tag im Greta-Thunberg-Institut Burglengenfeld“. Ganz besonderen Reiz hat die Kurzgeschichte von Amanda Zaus. Hier kommen sich zwei Menschen beim Trennen von Abfällen immer näher, sozusagen „der Umwelt zuliebe“.
Natürlich hat auch die Wissenschaftsmesse den ihr gebührenden Raum erhalten. Elegant ist sie in die Mitte der Zeitung gerückt. Der Leser erfährt auf knapp 40 Seiten alles Wissenswerte aus den Energie- und Umweltprojekten, die in der neunten Jahrgangsstufe gelaufen sind. Wachsmotten entpuppten sich dabei als tolle Helfer beim Recyceln von Kunststoffen, Küchenabfälle wurden in selbst gebauten Bokashi-Eimern zu Biodünger verarbeitet; ferner haben Schüler unter anderem untersucht, wie man beim Einkauf den Verpackungsmüll reduzieren kann und wie es um die Gewässerqualität in der Region bestellt ist.
Bis das Umweltblatt in Druck gehen konnte, dauerte es Wochen, ja Monate. Aber: Schimpe und Wanner haben den Aufwand, wie sie betonen, nicht als unangenehmen Stress in Erinnerung. Der Spaß habe eindeutig dominiert. Der Drang, sich mit wichtigen Themen zu beschäftigen und die eigenen Gedanken dazu auszudrücken, stecke doch in jedem, der sich für Journalismus interessiere, bringt es Maximilian auf den Punkt.
Die 200 Exemplare, Stückpreis drei Euro, sind verkauft. Die Auflage hört sich im Vergleich zu glorreichen Schülerzeitungstagen bescheiden an. Aber Schimpe und Wanner sind Realisten. Jüngere Leute zum Kauf eines Printprodukts zu animieren, sei heutzutage so einfach nicht. Gleichwohl ist die nächste Ausgabe schon in Vorbereitung. Diesmal soll es um „Pausenhofgeflüster“ gehen und zum Beispiel die Frage geklärt werden, weshalb im Mülleimer des Kopierraums ständig leere Sektflaschen zu finden sind.

[T. Rieke, Mittelbayerische Zeitung - Schuljahr 2019/2020]